BMW verdreifacht Gewinn: Neue Klasse übertrifft Erwartungen

Gewinn verdreifacht: BMW defiert Branchenturbulenzen

Im dritten Quartal 2025 erzielte der BMW-Konzern einen Gewinn nach Steuern von rund 1,7 Milliarden Euro – mehr als das Dreifache des Vorjahreswertes. Dieser massive Anstieg ist vor dem Hintergrund zu betrachten, dass das Vergleichsquartal 2024 durch Bremsprobleme und Rückrufaktionen extrem schwach ausgefallen war. Dennoch betont Vorstandschef Oliver Zipse, dass das Unternehmen seine Ziele für das laufende Jahr erreichen werde: «Wir haben gezeigt, wie robust und tragfähig unser Geschäftsmodell ist.» Nach drei Vierteln des Jahres 2025 belief sich der Gewinn auf 5,7 Milliarden Euro.

BMW verdreifacht Gewinn: Neue Klasse übertrifft Erwartungen
© Wikisympathisant (CC BY-SA 4.0)

Kontrast zur Konkurrenz: Während andere straucheln

Während BMW stabil bleibt, melden die deutschen Wettbewerber dramatische Einbrüche. Volkswagen verzeichnete im dritten Quartal einen Verlust von über einer Milliarde Euro. Mercedes-Benz büsste rund 31 Prozent des Quartalsgewinns ein; über die ersten neun Monate halbierte sich das Ergebnis nahezu auf 3,9 Milliarden Euro. Der Volkswagen-Konzern kam inklusive der Töchter Audi und Porsche nur auf 3,4 Milliarden Euro Gewarnung, dass am Jahresende möglicherweise kein Überschuss verbleibt. Porsche selbst rutschte im letzten Quartal mit fast einer Milliarde Euro ins Minus.

Analysten attestieren strategische Stabilität

Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer führt die relative Stabilität von BMW auf eine konsistente Langzeitstrategie zurück. Während sich Mercedes mit einem zu starken Schwenk auf den Luxussektor verspekuliert habe und Porsche zu schnell und stark auf Elektromobilität gesetzt habe, müssten beide nun zurückrudern – was Absatz und Geld koste. BMW habe dagegen den Höhepunkt der Investitionen für die Neue Klasse überschritten und könne die Ausgaben nun zurückfahren. «Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht», sagt Finanzvorstand Walter Mertl.

Neue Klasse als Wachstumsmotor

Das erste Serienmodell der Neuen Klasse, der vollelektrische BMW iX3, kommt in Europa besser an als erwartet. Die Auftragseingänge liegen deutlich über den Prognosen; die Orderbücher sind mehrere Monate bis ins Jahr 2026 gefüllt. Bisher wird das Fahrzeug ausschliesslich auf dem europäischen Markt angeboten, wo es im September und Oktober etwa ein Drittel der reinen Elektroautobestellungen ausmachte. Für China erwartet BMW eine ähnlich hohe Nachfrage, sobald das Modell dort als Langversion mit lokal angepassten Digitalangeboten startet.

i3 und Modellplanung bis 2027

Als zweites Modell der Neuen Klasse folgt der neue BMW i3, der als achte Generation die zentrale 3er-Reihe elektrifiziert. Die Produktion startet in der zweiten Jahreshälfte 2026 im Stammwerk München. Bis 2027 will BMW weltweit 40 neue und überarbeitete Modelle auf Basis der neuen Plattform mit der neuen Designsprache vorstellen, darunter Ableitungen für die 7er-Reihe und den X5.

Elektrostrategie und regulatorische Hürden

BMW erreicht die europäischen CO₂-Flottenziele für 2025 «ohne Flexibilisierung oder Pooling», wie Zipse betont. Nach neun Monaten liegt der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge (BEV) bei 18 Prozent des Gesamtabsatzes (plus 10 Prozent gegenüber Vorjahr), bei den Plug-in-Hybriden (PHEV) verzeichnete das Unternehmen ein Wachstum von fast 28 Prozent. Zusammen erreichen die elektrifizierten Fahrzeuge einen Anteil von 26,2 Prozent. In Europa überstieg der Anteil von BEV und PHEV gemeinsam 41 Prozent.

Technologieneutralität statt Verbote

Zipse nutzt den Erfolg, um für einen ganzheitlichen, technologieneutralen Ansatz zu werben. Er kritisiert die geplante EU-Regulierung «Greening the Fleets», die zusätzliche Flottenvorgaben für gewerbliche Nutzer vorsieht. Solche Regelungen schafften Marktverzerrungen und berücksichtigten die ungleiche Lade- und Wasserstoffinfrastruktur in Europa nicht ausreichend. Stattdessen plädiert er für die Berücksichtigung des gesamten CO₂-Fußabdrucks über die Wertschöpfungskette und die Integration klimaneutraler Kraftstoffe wie HVO100. Ein Enddatum für bestimmte Technologien würde die Industrie schrumpfen und gefährliche Abhängigkeiten schaffen.

Verbleibende Herausforderungen

Trotz der positiven Zahlen bleibt BMW nicht von den Branchenproblemen verschont. Der Konzern leidet unter dem schwierigen chinesischen Markt und Zöllen, was im Oktober sogar zu einer leichten Senkung der Jahresprognose führte. In Deutschland werden teilweise hohe Rabatte gewährt, um Absätze zu fördern. Analysten warnen, dass langfristiger Erfolg in China essenziell bleibt, wo Konkurrenten mit lokalen «In China für China»-Strategien aggressivere Preise ermöglichen. Dennoch steht BMW deutlich stabiler da als der Rest der deutschen Premium-Konkurrenz.