VW-Konzern baut E-Auto-Vorsprung aus – Europäische Industrie unter Druck
VW-Konzern dominiert deutschen E-Auto-Markt
Marktanteil springt auf über 44 Prozent
Der Volkswagen-Konzern hat seine Führungsposition im deutschen Elektroautomarkt weiter ausgebaut. Laut Zulassungsdaten des Kraftfahrtbundesamts (KBA) für die ersten zehn Monate des Jahres 2025 erreichte der Konzern einen Marktanteil von 44,3 Prozent bei batterieelektrischen Fahrzeugen. Das entspricht einer Steigerung um fast neun Prozentpunkte gegenüber dem Gesamtjahr 2024, als der Wert noch bei 35,4 Prozent lag. InsideEVs berichtet, dass nahezu alle Konzernmarken zulegten.
Die einzelnen Marken entwickelten sich wie folgt:
- VW: 19,7 Prozent (2024: 16,3 Prozent) – 85.718 verkaufte Fahrzeuge
- Skoda: 9,3 Prozent (2024: 6,6 Prozent) – 40.473 Einheiten
- Audi: 7,2 Prozent (2024: 5,7 Prozent) – 31.417 Einheiten
- Cupra: 6,2 Prozent (2024: 4,8 Prozent) – 26.822 Einheiten
- Porsche: 1,9 Prozent (konstant)
Während Hyundai, Ford und Opel ebenfalls Marktanteile hinzugewinnen konnten, verloren BMW und Mercedes an Boden. Besonders dramatisch ist der Absturz von Tesla, dessen Marktanteil von 9,9 Prozent im Jahr 2024 auf nur noch 3,6 Prozent einbrach.
ID.7 führt die Modell-Rangliste an
Bei den meistverkauften Elektromodellen in Deutschland belegen die ersten sechs Plätze ausschließlich Fahrzeuge des VW-Konzerns. Der VW ID.7 übernahm mit 28.289 Einheiten (6,5 Prozent Marktanteil) die Spitzenposition, gefolgt vom ID.3 (25.933) und den ID.4/ID.5 (23.742). Das Tesla Model Y fiel vom ersten Platz des Vorjahres auf Rang neun zurück (10.313 Einheiten, 2,4 Prozent Marktanteil). Volkswagen Newsroom bestätigt, dass allein in Deutschland 2025 rund 35.000 ID.7 ausgeliefert wurden, was einem Zuwachs von 132 Prozent entspricht.
| Platz | Modell | Verkäufe 1-10/2025 | Marktanteil |
|---|---|---|---|
| 1 | VW ID.7 | 28.289 | 6,5 % |
| 2 | VW ID.3 | 25.933 | 6,0 % |
| 3 | VW ID.4/5 | 23.742 | 5,5 % |
| 4 | Skoda Enyaq | 21.071 | 4,8 % |
| 5 | Skoda Elroq | 19.391 | 4,5 % |
| 6 | Cupra Born | 16.203 | 3,7 % |
| 7 | BMW iX1 | 14.413 | 3,3 % |
| 8 | Cupra Tavascan | 10.591 | 2,4 % |
| 9 | Tesla Model Y | 10.313 | 2,4 % |
| 10 | Audi Q6 e-tron | 10.311 | 2,4 % |
Schweizer Automarkt: E-Mobilität wächst, Gesamtmarkt schrumpft
Dezember-Schub rettet Jahresbilanz nicht
Im Gegensatz zu Deutschland verzeichnete der Schweizer Gesamtmarkt 2025 einen Rückgang. Nach Angaben von Automobil Revue wurden 233'737 Neuzulassungen registriert, was einem Minus von 2,4 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Der Branchenverband Auto-Schweiz spricht vom tiefsten Stand seit mehr als 25 Jahren (pandemiebereinigt). Als Ursachen nennt der Verband marktfremde CO2-Vorgaben, überdurchschnittlich hohe Energiepreise und konjunkturelle Unsicherheiten.
Zwar sorgte der Dezember mit 26'744 Zulassungen (+5,5 Prozent) für einen verkaufsstärksten Monat des Jahres, doch der Verband warnt vor Überinterpretation: Der Dezember wiederhole ein saisonales Muster und dürfe nicht als Trendwende missverstanden werden.
Elektroanteil erreicht 34 Prozent
Bei den Antriebsarten zeichnet sich ein klarer Wandel ab. Steckerfahrzeuge (BEV und PHEV) erreichten im Jahr 2025 einen Marktanteil von 34 Prozent. Davon entfallen 22,8 Prozent auf vollelektrische Fahrzeuge (BEV) und 11,2 Prozent auf Plug-in-Hybride (PHEV). Damit wurde das Ziel von 50 Prozent Steckerfahrzeugen verpasst, doch der Trend zeigt nach oben: Im Dezember 2025 erreichten BEV bereits einen Anteil von 32,1 Prozent. Auto-Schweiz verzeichnete 53'250 neu zugelassene Batterieelektrische Fahrzeuge.
Die beliebtesten reinen Elektromodelle in der Schweiz:
| Platz | Modell | Zulassungen 2025 |
|---|---|---|
| 1 | Tesla Model Y | 5.080 |
| 2 | Skoda Elroq | 3.448 |
| 3 | Skoda Enyaq | 2.859 |
| 4 | Volvo EX30 | 2.117 |
| 5 | Audi Q4 | 1.910 |
| 6 | BMW iX1 | 1.631 |
| 7 | Renault R5 | 1.627 |
| 8 | VW ID.3 | 1.618 |
| 9 | Audi Q6 | 1.485 |
| 10 | Cupra Tavascan | 1.243 |
VW führt vor Skoda und BMW
An der Markenhierarchie änderte sich nichts: VW blieb mit 25'607 Fahrzeugen (+6,4 Prozent) Marktführer, gefolgt von Skoda mit 22'290 Einheiten (+5,6 Prozent). BMW musste mit 20'466 Fahrzeugen (-6,2 Prozent) Federn lassen, ebenso wie Mercedes-Benz (-6,2 Prozent). Erfolgsgeschichten schrieben chinesische Hersteller: MG steigerte sich auf 3.673 Einheiten (Vorjahr: 679) und überholte etablierte Marken wie Mini und Opel.
Globale Herausforderungen und wirtschaftlicher Druck
Chinesische Hersteller erobern Marktanteile
Während VW in Europa und Deutschland dominiert, steht die Branche weltweit vor einem massiven Umbruch. Blick.ch berichtet von der Expansion chinesischer Autobauer. BYD etablierte sich mit 4,6 Millionen E-Autos 2025 als weltweit führender E-Auto-Hersteller vor Tesla. Weitere Konzerne wie Geely (3,0 Mio. Fahrzeuge), Changan (3,0 Mio.) und SAIC (4,5 Mio.) drängen auf die Weltmärkte, oft in Kooperation mit westlichen Partnern oder durch Übernahmen (Geely besitzt Volvo, Polestar, Lotus).
McKinsey warnt vor 440 Milliarden Euro Risiko
Eine Studie von McKinsey sieht die europäische Autoindustrie vor der größten Bewährungsprobe ihrer Geschichte. Bis 2035 könnten bis zu ein Drittel der Wertschöpfung – rund 440 Milliarden Euro – auf dem Spiel stehen. Die Industrie investiert derzeit 150 Milliarden Euro jährlich in E-Mobilität und softwarebasierte Fahrzeuge, doch die Energiepreise in Europa liegen doppelt so hoch wie in den USA und China, und Genehmigungszeiten sind dreimal so lang wie in den USA sowie zehnmal so lang wie in China.
Europäische Hersteller verloren seit 2017 ein Fünftel ihres weltweiten Marktanteils und liegen nun mit 24 Prozent gleichauf mit chinesischen Herstellern. Besonders kritisch ist die Abhängigkeit von China bei Batterien: 80 Prozent der weltweiten Wertschöpfungskette werden dort dominiert.
Audi zwischen Gewinnsprung und Zollbelastung
Die finanzielle Lage bleibt angespannt. Autohaus.de berichtet, dass Audi im dritten Quartal 2025 zwar einen Gewinn von 718 Millionen Euro vervielfachte (2,6-fach gegenüber dem Vorjahr), dieser Sprung jedoch auf dem extrem schwachen Vergleichsquartal 2024 basiert, als Kosten für die Werksschließung in Brüssel den Gewinn drückten. US-Zölle belasteten Audi in den ersten drei Quartalen mit 850 Millionen Euro; bis Jahresende werden 1,3 Milliarden Euro erwartet. Im Gegensatz zu BMW verfügt Audi nicht über ein eigenes Werk in den USA.
Der Mutterkonzern Volkswagen führte Sparmaßnahmen ein und plant bis 2030 in Deutschland mehr als 35.000 Stellen sozialverträglich abzubauen. Die operative Gewinnmarge sank auf etwa sechs Prozent, das Konzernergebnis vor Steuern fiel um über 27 Prozent. Dennoch lieferte die Marke Volkswagen 2025 weltweit rund 4,73 Millionen Fahrzeuge aus und baute ihre Marktführerschaft in Europa weiter aus.